Warum Selbstzweifel auch ein Motor für Kreativität sein können

Jeder Kreative kennt sie, diese leise, zermürbende Stimme im Kopf, die sagt:

„Das ist nicht gut genug.“
„Das interessiert doch niemanden.“
„Wer bin ich schon, um so etwas zu schreiben?“

Ich kenne sie sehr gut. Manchmal flüstert sie.  Manchmal schreit sie. Und manchmal ist sie so laut, dass ich meinen Laptop einfach am liebsten zuklappen würde.

Doch das tue ich nicht. Ich schreibe trotzdem.

Dennoch gibt es Tage, an denen mich meine Selbstzweifel fast lähmen.

Ich sitze vor einer Seite, lese meine Worte und denke: “Das reicht nicht. Das ist banal. Das kann niemanden berühren.” Und dann erinnere ich mich daran, warum ich schreibe.

Ich schreibe, weil ich etwas fühlen will, weil ich etwas weitergeben will und weil ich gelernt habe, dass diese Zweifel kein Beweis für Schwäche sind, sondern ein Zeichen dafür, dass mir meine Arbeit wirklich etwas bedeutet.

Selbstzweifel überwinden heißt für mich nicht, gegen sie anzukämpfen. Es heißt, sie zu akzeptieren und sie auch als Hilfsmittel zu sehen, denn schließlich zeigen sie mir auch, wo noch Potenzial für Verbesserungen sind. 

Zweifel als Kompass

Früher dachte ich, ich müsse selbstbewusst und voller Überzeugung schreiben, um gut zu sein. Heute weiß ich: Kreativität durch Zweifel ist manchmal die ehrlichste Form des Ausdrucks.

Wenn ich schreibe, während ich unsicher bin, entstehen oft die tiefsten Sätze. Die, die etwas in mir bewegen und die, die nicht perfekt sind, aber wahr.

Ich nutze meine Unsicherheit, um mich zu hinterfragen, um Figuren echter zu gestalten, um Emotionen nicht zu glätten, sondern fühlbar zu machen. Das ist vielleicht das Schönste am Schreiben mit Unsicherheit: Es zwingt mich, echt zu bleiben.

Wenn Zweifel zum Antrieb werden

Ich glaube, wir alle haben Momente, in denen wir an uns zweifeln, egal ob als Autorin, Künstlerin, Mutter oder Mensch. Aber genau darin liegt die Chance. Denn wer zweifelt, will wachsen und wer zweifelt, möchte, dass seine Arbeit jemandem etwas bedeutet.

Zweifel sind wie ein Spiegel, der uns zeigt, dass wir auf etwas stoßen, das uns wichtig ist.

Es hat lange gedauert, bis ich das begriffen habe. Ich wollte meine Zweifel weghaben. Ich dachte, sie würden mich aufhalten. Aber sie wollten mir etwas zeigen:

”Dass ich mutig bin, dass ich bereit bin, mich zu hinterfragen und dass ich schreibe, weil ich etwas verändern will, in mir und vielleicht auch in anderen.”

Heute sehe ich meine Unsicherheit nicht mehr als Feind.

Sie ist mein Antrieb, ehrlich zu bleiben, in meinen Geschichten und in meinem Leben.

Ein kleiner Gedanke zum Schluss

Vielleicht kennst du das auch:

Dieses Gefühl, dass du nie genug bist, dass dein Werk, dein Text, dein Kunstprojekt unbedeutend wirkt.

Dann erinnere dich bitte in solchen Momentan daran:

Selbstzweifel bedeuten nicht, dass du versagst, sie zeigen dir, dass du fühlst und dich reflektierst, um besser zu werden.

Und genau das macht dich kreativ!

Zweifel sind kein Stoppschild. Sie sind Wegweiser.

Frage an dich: Was hast du schon geschafft, obwohl du gezweifelt hast? 


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