Wir, nie im Leben

Wie würdest du reagieren, wenn plötzlich deine verhasste Klassenkameradin vor deiner Tür steht und dein Bruder dir sagt: „Das ist meine neue Freundin?“

Oder Gegenfrage:

Wie würdest du reagieren, wenn du das erste Mal deinen neuen Freund besuchst und dir deine verhasste Klassenkameradin die Tür öffnet? Erst als dein Freund sich an ihr vorbei drängt und sie dir als seine Schwester vorstellt, begreifst du das volle Ausmaß der Katastrophe.

Mit diesem Problem müssen sich fortan Jasmin, Marlene und Florian abfinden. Zum Glück steht Sonja, Jasmins beste Freundin, ihr zur Seite, denn zwei gegen zwei ist ja bekanntlich viel einfacher oder?

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In diesem Prequel erfährst du, wie alles begann…

Leseprobe

Fassungslos sah ich meinen drei Jahre älteren Bruder an und schüttelte immer wieder meinen Kopf. Das konnte jetzt nicht sein Ernst sein. Er hatte mir doch erzählt, dass er ein Mädchen mit schwarzen langen Haaren kennen gelernt hatte und diese wunderschöne braune Augen hatte.

Aber was ich hier vor mir sah, waren keine wunderschönen braunen Augen!

Nein! Vor mir sah ich zwei fast schwarze, vor Wut funkelnde Augenpaare, die mich ebenfalls geschockt ansahen und mich halb ermordeten.

„Schatzi“, piepste sie mit ihrer feinen Stimme und ich rollte innerlich mit den Augen.

„Schatzi“, wiederholte ich sauer und hätte am liebsten die Tür wieder vor ihrer Nase zugemacht. Nur leider stand Florian, mein Bruder, genau im Türrahmen.

„Das ist deine Schwester?“, fragte die ebenfalls saure Marlene und ihre Stimme verursachte in mir Kopfschmerzen.

„Ja, bin ich“, blaffte ich sie an und stellte mich demonstrativ mit beiden Händen an die Hüfte gepresst vor sie hin. „Und deshalb Adieu, du hast hier nämlich nichts zu suchen!“

„Jasmin!“, kam es prompt von meinem Bruder und nun sah auch er mich wütend an. „Du entschuldigst dich jetzt sofort bei ihr!“

„Vergiss es! Lieber reiße ich mir die Zunge heraus!“

Wütend drehte ich mich um und lief in mein Zimmer. Dort knallte ich die Tür hinter mir ins Schloss und ließ mich auf meinen Schreibtischstuhl fallen. Ich verstand es einfach nicht. Es gab tausende von Mädels, warum musste es ausgerechnet sie sein?

Noch immer rasend vor Wut tippte ich auf meinem Handy herum und wählte Sonjas Nummer. Sonja war meine allerbeste Freundin und sie mochte Marlene genauso wenig wie ich.