Dir allein vertraute meine Seele

Hier bekommst du mein Buch:

Erscheint im April/Mai 2024

XXL-Leseprobe herunterladen (aus der Erstauflage):

Ein Liebesroman über die Schattenseiten des Lebens

Besonderheiten des Buches

„Dir allein vertraute meine Seele“ ist die Neuauflage von „Du bist nicht allein“ meines Debütromans aus dem Jahr 2022.

Die Zeiten ändern sich, so auch die Geschmäcker der Menschen bei einem Buchcover. Das ist auch einer der Hauptgründe, weshalb ich im Jahr 2024 meinen Debütroman unter dem Titel „Dir vertraute meine Seele“ neu herausbrachte.

Ein zweiter und auch sehr wichtiger Grund ist die Tatsache, dass viele Leser fragten: „Wie geht es Jasmin nach den ganzen negativen Erlebnissen heute?“ Dazu kamen Leserwünsche wie: „Marlene und Sonja könnten doch auch ihre eigene Geschichte erhalten. Ich habe sie ebenfalls sehr in mein Herz geschlossen.“

Da ich schon selbst mit diesem Gedanken spielte, entstand zeitgleich das Projekt „Not Alone – Buchreihe“ und da bekanntlich alle Bücher einer Reihe zusammenpassen sollten, empfahl es sich, ein Cover zu wählen, welches Buchreihen tauglich ist.

Leseprobe aus dem Prolog

Als sie nach Hause kam, knallte die Tür hinter ihr ins Schloss.

»Was habe ich nur getan?«, fragte sie sich zum hundertsten Mal und stellte die Tüte mit dem Essen unsanft auf dem Flurschrank ab. Dann zog sie sich den Motorradhelm vom Kopf und legte ihn frustriert neben den Schrank. Bevor sie ins Wohnzimmer schlenderte, ließ sie ihre Schuhe und ihre Jacke in eine Ecke fallen. Auf der Couch lagen wie immer ihre Klamotten kreuz und quer. Sie stöhnte auf, schmiss mit einer Handbewegung alles herunter und ließ sich selbst darauf plumpsen.

Eigentlich wollte sie Bratnudeln für sich und ihren besten Kumpel holen. Einfach nur gebratene Nudeln, zum verspäteten Mittag. Warum musste ihr nur so etwas passieren? Gerade jetzt! Hatte sie nicht schon genug durchgemacht und ausreichend Probleme? Ihr Tag fing bereits stressig an, nachts schlief sie kaum und hatte daher fast verschlafen. In der Schule gab es ein ernstes Gespräch mit dem Vertrauenslehrer, aber zum Glück half in dieser Situation Schweigen und herunterspielen. Nachdem sie endlich Schulschluss hatte und sich auf ihren Kumpel freute, traf sie ausgerechnet diese eine Mitschülerin.

Warum gerade sie? Wäre sie ihr dort nicht begegnet, wäre sie nicht so aufgewühlt losgefahren und dann wäre das alles nicht passiert. Der Hass, welchen sie schon lange verspürte, verhärtete sich. Wieso geschah ihr jedes Mal so ein Mist? Weshalb verlor sie immer alles? Sie war doch schon allein. Aber sie wollte nicht allein sein.

Sie wünschte sich echte Freunde und vor allem ihre Freundin zurück. Wieso durfte sie nicht glücklich sein? Warum war alles so unfair verteilt: Liebe, Freundschaft und Geborgenheit. Sie sehnte sich nach einer richtigen Familie. Einer Familie, in der jeden Tag zusammen Abendbrot gegessen wurde, Mutter und Vater sich verliebt vor den Kindern ansahen und die Geschwister sich zankten und alle durcheinander von ihrem Tag erzählten.

Zum Glück hatte sie Freaky. Er war ihr bester Kumpel und ein PC-Nerd. Deshalb hatte sie ihm auch diesen Spitznamen verpasst.

Die Türklingel riss sie aus ihren trüben Gedanken. Lustlos erhob sie sich und schlurfte zur Tür. Langsam öffnete sie diese und drehte sich zeitgleich um, um zurück zum Sofa zu gehen. Eigentlich hatte sie jetzt keine Lust mehr auf ihn. Sie wollte nur noch in ihrem Selbstmitleid baden und ihren Hassgefühlen freien Lauf lassen. Aus tiefstem Herzen wünschte sie sich, dass diese eine Klassenkameradin von der Schule flog. Erst dann konnte sie wieder frei atmen und ihr Leben genießen.

Im Wohnzimmer angekommen, ließ sie sich erneut auf das Sofa fallen und starrte an die Decke. Sie bemerkte nicht einmal, dass sich ihr Freund inzwischen zu ihr gesetzt hatte und sie fragend ansah. Seine Augenbrauen waren hochgezogen und sein Mund öffnete und schloss sich wieder. Es wirkte, als wollte er etwas sagen, aber sich nicht traute. Es entstand zwischen beiden ein langes Schweigen. Jeder hing in seinen Gedanken fest. Nach einer Weile fragte er sie doch und unterbrach dadurch die Stille. »Was ist los? Ist heute irgendwas gewesen?« Erschrocken zuckte sie zusammen.

»Nichts, ist passiert«, gab sie ihm tonlos zur Antwort und hoffte, dass er nicht weiter nachfragte. Skeptisch musterte er sie, denn er glaubte ihr kein Wort. Sie war ruhiger als sonst und total in sich gekehrt. So kannte er sie überhaupt nicht. Normalerweise überfiel sie ihn immer mit den neuesten Geschichten, was wieder zwischen ihr und ihrer Erzfeindin in der Schule vorgefallen war. Aber heute verhielt sie sich genau andersherum. So schweigsam hatte er sie lange nicht mehr erlebt. Er liebte es an ihr, dass sie sich nicht unterkriegen ließ und jedes Mal wusste, wie sie sich zu wehren hatte.

»Die Nudeln stehen auf dem Flurschrank, wenn du Hunger hast«, ertönte emotionslos ihre Stimme und riss ihn aus seinen Gedanken. »Gabeln sind in der Küche, du weißt ja wo.«

Das ließ er sich nicht zweimal sagen. Schnell stand er auf und holte sich das Essen und die Gabel. Mittlerweile hatte er wirklich großen Hunger. Er hatte extra nach der Arbeit nichts gegessen.

Während er die Portion Bratnudeln mit Fleisch und Chilisoße verdrückte, richtete sie sich auf, setzte sich gerade hin und zog ihre Beine an. Sie holte mehrmals hintereinander tief Luft, um diese anschließend wieder lautstark herauszulassen. Etliche Male war er kurz davor, sie noch einmal zu fragen, ließ es aber am Ende doch bleiben. Er wollte ihr die Zeit geben, die sie benötigte. Es dauerte lange und er brauchte viel Geduld. Und dann fing sie endlich an zu reden. Ihre Stimme war zaghaft und gleichzeitig voller Panik.

»Ich habe vorhin eine Frau angefahren. Sie stand plötzlich auf dem Zebrastreifen. Als ich sie sah, konnte ich nicht mehr anhalten. Das lag aber …«

Freaky ließ seine volle Gabel, die er gerade zum Mund führen wollte, sinken und sah sie mit weit aufgerissenen Augen an. Während sie weiter erzählte, hing er gedanklich bei Fußgängerüberweg, angefahren und nicht bremsen fest.

»Stopp!«, rief er, nachdem er die Worte begriffen hatte. Erschrocken darüber schnappte sie nach Luft und sah ihn unsicher an. »Das ist ein Scherz, oder?«, fragte er fassungslos.

Zaghaft schüttelte sie ihren Kopf.

Das lag aber nicht an mir«, versuchte sie sich zu verteidigen, doch er unterbrach sie ein weiteres Mal. »Ist die Frau schwer verletzt?«

Keine Ahnung«, antwortete sie mit einem Schulterzucken. »Ich habe danach einfach Gas gegeben und bin abgehauen.«

»Du bist was?« Die vorwurfsvolle Stimme von ihrem besten Kumpel ließ sie erneut zusammenzucken.

»Wenn es das nur wäre«, sagte sie flüsternd, sodass er sie kaum verstand.

Das ist nicht alles?«, fragte er entsetzt. Was wollte sie ihm noch alles beichten? Zaghaft schüttelte sie ihren Kopf und sah dabei auf ihre Hände. Sie spielte mit ihnen und schien lange zu überlegen, ob sie es sagen sollte oder nicht. Nach einer Weile holte sie tief Luft und begann zu erzählen.

Ich habe danach gleich bei der Polizei angerufen …«

Das ist doch gut«, fiel er ihr ins Wort und legte seine Hand auf ihre. Prompt zog sie diese weg, sodass seine Hand auf ihrem Knie zum liegen kam. Verzweifelt schüttelte sie ihren Kopf und aus ihren Augen liefen die ersten Tränen.

Was hast du erzählt?«, fragte Freaky und streichelte ihr über das Bein. Erneut atmete sie tief ein, bevor sie weitersprach.

Ich habe nicht die Wahrheit gesagt«, brachte sie flüsternd heraus.

Bitte was?« Er hatte große Probleme, alle Information zu verarbeiten. In seinem Kopf liefen viele verschiedene Szenarien ab. Um nicht weiter spekulieren zu müssen, fragte er: »Was hast du der Polizei gesagt?«

Na ja, ich habe …«, druckste sie herum und sah dabei auf den Tisch vor ihr.

Jetzt aber raus damit!«, sagte er ernst und setzte sich gerade hin. Die Schale mit Bratnudeln, welche er immer noch in der einen Hand festhielt, hatte er mittlerweile vergessen. Hunger hatte er keinen mehr. Unter Tränen fing seine Freundin endlich an zu erzählen. Sie erzählte ihm jedes, kleine Detail.

Du bist …« Freaky schüttelte ungläubig seinen Kopf und brach den Satz ab. Er konnte es nicht fassen, was er da gehört hatte.

Sag nichts! Ich habe es diesmal richtig verbockt.« Ihr Kumpel sah sie immer noch geschockt an. Nach einer Weile legte er seine Stirn in Falten und überlegte fieberhaft, wie er ihr helfen konnte.

So würde es funktionieren.«, murmelte er gedankenverloren. Irritiert sah sie ihn an. Sie verstand nicht, was er damit sagen wollte. Verschmitzt lächelte er und sagte: »Ich habe eine Idee, wie du da unbeschadet wieder heraus kommst!«