Dir allein vertraute meine Seele

Band 1 meiner Buchreihe „Not Alone“ und in sich abgeschlossen.

Hier bekommst du mein Buch:

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Ein Liebesroman über die Schattenseiten des Lebens

Besonderheiten des Buches

„Dir allein vertraute meine Seele“ ist die Neuauflage von „Du bist nicht allein“ meines Debütromans aus dem Jahr 2022.

Die Zeiten ändern sich, so auch die Geschmäcker der Menschen bei einem Buchcover. Das ist auch einer der Hauptgründe, weshalb ich im Jahr 2024 meinen Debütroman unter dem Titel „Dir vertraute meine Seele“ neu herausbrachte.

Ein zweiter und auch sehr wichtiger Grund ist die Tatsache, dass viele Leser fragten: „Wie geht es Jasmin nach den ganzen negativen Erlebnissen heute?“ Dazu kamen Leserwünsche wie: „Marlene und Sonja könnten doch auch ihre eigene Geschichte erhalten. Ich habe sie ebenfalls sehr in mein Herz geschlossen.“

Da ich schon selbst mit diesem Gedanken spielte, entstand zeitgleich das Projekt „Not Alone – Buchreihe“ und da bekanntlich alle Bücher einer Reihe zusammenpassen sollten, empfahl es sich, ein Cover zu wählen, welches Buchreihen tauglich ist.

Leseprobe aus dem Prolog

Als sie nach Hause kam, fiel die Tür lautstark hinter ihr ins Schloss.

»Was hab ich nur getan?«, fragte sie sich zum hundertsten Mal und pfefferte die Tüte mit dem Essen auf die Flurkommode. Danach warf sie alles andere in eine Ecke und ging ins Wohnzimmer. Wie immer lagen dort ihre Klamotten kreuz und quer auf der Couch verteilt. Sie stöhnte, schmiss mit einer Handbewegung alles herunter und ließ sich selbst darauf plumpsen.

Eigentlich wollte sie nur Bratnudeln für sich und ihren besten Kumpel holen. Einfach nur gebratene Nudeln zum verspäteten Mittagessen. Warum musste ihr dabei nur so etwas passieren? Gerade heute! Hatte sie nicht schon genug durchgemacht und ausreichend Probleme?

Ihr Tag fing bereits stressig an. Nachts schlief sie kaum und hatte daher fast verschlafen. In der Schule folgte ein ernstes Gespräch mit dem Vertrauenslehrer, aber zum Glück half Schweigen und Herunterspielen. Nachdem sie endlich Schulschluss hatte und sich auf ihren Kumpel freute, traf sie ausgerechnet diese eine Mitschülerin.

Warum gerade sie? Wäre sie ihr dort nicht begegnet, wäre sie nicht so aufgewühlt losgefahren und dann wäre das alles nicht passiert. Der Hass, welchen sie schon lange verspürte, verhärtete sich. Wieso geschah ihr jedes Mal so ein Mist? Weshalb musste sie gerade dieser Person über den Weg laufen, die sie am wenigsten mochte? Ohne diese Begegnung wäre sie nicht so aufgewühlt losgefahren und dann wäre das alles nicht passiert.

Warum durfte sie nicht glücklich sein? Weshalb war alles so ungleich verteilt: Liebe, Freundschaft und Geborgenheit? Dabei wünschte sie sich nichts sehnlicher als ihre beste Freundin zurück.

Doch zum Glück hatte sie Freaky. Er war ihr bester Kumpel und ein PC-Nerd. Deshalb hatte sie ihm auch diesen Spitznamen verpasst.

Die Türklingel riss sie aus ihren trüben Gedanken. Lustlos schlurfte sie zur Tür, öffnete, um gleich darauf wieder kehrtzumachen. Auf ein gemeinsames Essen hatte sie jetzt wirklich keine Lust mehr. Sie wollte nur noch in Selbstmitleid baden und ihren Gefühlen freien Lauf lassen.

Wenn diese unerträgliche Person nur endlich ihre gerechte Strafe erhalten würde, dann könnte sie wieder unbeschwert atmen und ihr Leben genießen.

Im Wohnzimmer angekommen, ließ sie sich erneut auf das Sofa fallen und starrte an die Decke.

Erst als sich ihr Freund neben sie setzte, sah sie zu ihm und traf auf seinen fragenden Blick. Seine Augenbrauen waren hochgezogen und sein Mund öffnete und schloss sich wieder. Es wirkte, als wollte er etwas sagen, aber sich nicht traute.

Zwischen ihnen entstand ein langes Schweigen. Jeder hing in seinen Gedanken fest. Nach einer Weile fragte er doch.

»Was ist los? War heut wieder was in der Schule?«

Erschrocken zuckte sie zusammen.

»Nichts«, gab sie ihm tonlos zur Antwort und hoffte, dass er nicht weiter nachfragte. Jedoch merkte sie, wie er sie skeptisch musterte. Offenbar überzeugte ihn die Antwort nicht.

»Die Nudeln steh´n auf der Kommode, wenn du Hunger hast«, sagte sie emotionslos, um von der Frage abzulenken. »Gabeln sind in der Küche, du weißt ja wo.«

Mit dem Essen in der Hand setzte er sich kurz darauf wieder neben sie. Sie wusste genau, dass sie ihm nichts vormachen konnte, deshalb richtete sie sich auf und zog die Beine an.

Mehrmals holte sie tief Luft und ließ diese lautstark wieder heraus. Schließlich begann sie zaghaft zu erzählen.

»Ich hab ´ne Frau angefahren. Die tauchte einfach auf dem Zebrastreifen auf. Als ich sie gesehen hab, war´s zu spät zum Bremsen. Aber das lag …«

»Stopp!«

Erschrocken schnappte sie nach Luft und sah ihn unsicher an. Sein fassungsloser Blick ruhte auf ihr.

»Das ist´n Scherz, oder?«

Zögernd schüttelte sie ihren Kopf.

»Das lag aber nicht an mir …«, verteidigte sie sich, doch er unterbrach sie ein weiteres Mal.

»Ist die Frau schwer verletzt?«

»Keine Ahnung«, antwortete sie mit einem Schulterzucken. »Ich hab Gas gegeben und bin abgehauen.«

»Du bist was?« Die vorwurfsvolle Stimme ließ sie erneut zusammenzucken.

»Wenn´s nur das wäre«, sagte sie flüsternd, sodass er sie kaum verstand.

»Das war nicht alles?«

Erneut schüttelte sie den Kopf und sah dabei auf ihre Hände, die sie zu Fäusten ballte. Sie schien lange zu überlegen, ob sie es aussprechen sollte oder nicht.

Irgendwann begann sie zu erzählen.

»Ich hab danach gleich bei der Polizei angerufen …«

»Das ist doch gut«, fiel er ihr ins Wort und legte seine Hand auf ihre. Prompt zog sie diese weg, sodass seine auf ihrem Knie zum Liegen kam.

Verzweifelt schaute sie ihn an und die ersten Tränen liefen ihr über die Wange.

»Was hast du erzählt?«, fragte Freaky und streichelte ihr über das Bein. Einen Moment schwieg sie, bevor sie mit zittriger Stimme weitersprach.

»Ich hab nicht die Wahrheit gesagt«, brachte sie flüsternd heraus.

»Bitte was?« Sie konnte spüren, dass er Schwierigkeiten hatte, alle Informationen zu verarbeiten. »Was hast du gesagt?«

»Na ja, ich habe …«, druckste sie herum und sah dabei auf den Tisch vor ihr.

»Jetzt aber raus damit!«, sagte er ernst und setzte sich gerade hin. Die Schale mit Bratnudeln, welche er immer noch in der einen Hand festhielt, hatte er mittlerweile vergessen und stellte sie zur Seite.

Unter Tränen schilderte sie alles und ließ dabei kein einziges Detail aus.

»Du bist …« Freaky schüttelte ungläubig seinen Kopf und brach den Satz ab. Er konnte es nicht fassen, was er da gehört hatte.

»Sag nichts! Ich hab´s diesmal richtig verbockt.«

Ihr Kumpel blickte sie immer noch geschockt an.

Nach einer Weile legte er seine Stirn in Falten.

»So würd´s funktionieren«, murmelte er gedankenverloren.

Irritiert sah sie ihn an. Sie verstand nicht, was er damit sagen wollte. Verschmitzt lächelte er und sagte: »Ich hab ´ne Idee, wie du da unbeschadet wieder raus kommst!«


Ein Monat zuvor …